Puppen(MIT)macherei – das dritte Treffen

Hui, so schnell geht ein Monat um! Heute ist schon unser drittes Treffen der Puppen(MIT)macherei, und auch wenn ich ja meinen ganz eigenen Terminplan hatte, mag ich euch heute berichten, wie es mir bei der Herstellung von Kopf und Körper erging.

Ich hatte geplant, meine Puppe nach einem alten Buch von Sunnhild Reinckens herzustellen. Die anderen beiden Bücher habe ich später zur Hilfe genommen, vor allem in „Puppen zum Liebhaben“ ist die konkrete Beschreibung, wie man etwas machen soll, viel viel besser.

Bücher Puppen nähenDoch zunächst einmal: der Schnitt! In meinem Buch ist er als Kästchenbild zum Nachzeichnen abgebildet (wie nennt man diese Art?) – und ich bin kein bisschen damit zurechtgekommen. Dieses größengerechte Umdenken liegt mir irgendwie nicht so …

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Äh, ein Kästchen sind … 1,5 Zentimeter?!

Schließlich musste ich um Hilfe bitten (jaaa, so konnte auch der Papa ganz aktiv am Geburtstagsgeschenk für unseren Jungen mithelfen). Ihm fiel das Zeichnen ganz leicht – und schwupps, war der Schnitt bereit.

imageNach einem Tipp meiner Mama, die nach ebendiesem Schnitt schon viele Puppen genäht hat, habe ich Arme und Beine der Puppe aber noch ein bisschen „verdickt“.

imageMit dem elastischen Jerseystich habe ich schließlich an meiner tollen Nähmaschine alle Teile zusammengenäht. Erst fand ich diesen Stich ganz super, im Nachhinein glaube ich aber, dass ein Geradstich, der wegen des Nylbondgarns ja ausgereicht hätte, eine ebenere Naht geformt hätte.imageAn dieser Stelle musste ich fix vor der Abfahrt noch eine kleine Puppenkleidungs-Näh-Session einschieben – das hatte ich bisher noch gar nicht bedacht. Und dann packte ich mein Kistchen, jetzt mit Anziehsachen für die Puppe. Vielleicht war es wegen des nahenden Geburtstags, aber ich musste immer ein bisschen an Geburt denken. Auch da muss man ja alles vorher vorbereiten, eigentlich ohne zu wissen, wie es wirklich ist, ob Kleidung passen wird und so weiter. Und ich kam mir noch ganz schön planlos vor – hatte ich doch bloß ein paar Einzelteile und ein „Liefer“datum.

Aber DANN: Angekommen am Meer, habe ich das erste Mal (soll heißen, das erste Mal von ungefähr … fünf, sechs, sieben Malen?) den Puppenkopf gestopft. Und da hatte ich so meine Schwierigkeiten. Im Buch stand nämlich der Satz: „dabei nicht zu fest stopfen … “ Und das ist natürlich Blödsinn. Doch bis ich das gemerkt habe, war der schließlich für halbwegs gut befundene Kopf schon mit Nase versehen und mühevoll mit Trikot bespannt. Doch die ganze Zeit hat mich ein Gefühl begleitet, dass da irgendwas nicht stimmt. Dass so doch kein Kopf aussieht. Zuhause hätte ich vermutlich ganz schnell mal eben gegoogelt, aber dort im Sand, quasi, hatte ich bloß mein Buch. Irgendwann habe ich es aufgegeben und telefonisch bei meiner Mutter um Rat gebeten. Und siehe da: Beim nächsten Versuch stopfte und stopfte und stopfte und stopfte ich. Und stopfte immer noch mehr in den Strumpf. Und tadaaa – plötzlich hatte ich einen vernünftigen, nicht mehr verformbaren Puppenkopf!

Auf einem Bild bei Caro/Naturmama habe ich noch eine weitere Technik gesehen (wobei man bei meiner Technik eigentlich nicht von Technik sprechen kann) – es scheint da noch ausgeklügeltere Ideen zu geben als mein asiatisches Essstäbchen, mit dem ich immer wieder die Füllwolle im Strumpf zusammengestochert habe. Auf jeden Fall war dieser zweite Kopf mit deutlich mehr Kraftaufwand und teilweise auch vier Händen, die halten mussten, verbunden. Wobei ich sagen muss: Das Ergebnis finde ich richtig gut. Der Kopf ist so fest geworden, dass ich fast überlegt habe, ihn wieder etwas leerer/weicher zu machen – ein richtiger Klopper. Herausgekommen ist das:

IMG_7933Ich habe mich für ein dezentes Näschen entschieden, den Körper habe ich dann natürlich weicher gestopft – die Puppe soll ja auch ein bisschen kuschelig werden.

Der Rest des Körpers hat dann reibungslos funktioniert. Zwar finde ich die Konstruktion ein bisschen unlogisch (ich hätte/habe große Lust, einen eigenen Schnitt auszuprobieren!), aber ansonsten bin ich sehr zufrieden. Wenn sie auch ein bisschen nackig und leergesichtig ist. Noch.

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Etwas Schwierigkeiten hat mir die wenig detaillierte – eigentlich fast nicht vorhandene- Anleitung bereitet. Ich habe alles ein bisschen selbst ausfuchsen müssen und viel herumprobiert. Am Schluss hat sich aber alles ganz wunderbar zusammengefügt.

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15 Gedanken zu “Puppen(MIT)macherei – das dritte Treffen

  1. Ist das nicht immer wieder auch ein gutes Gefühl, wenn es erst nicht so läuft, wie gedacht und man schließlich aber den „richtigen“ Weg findet?

    Vielen Dank für Deinen Bericht,
    liebe Grüße,
    Helga

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  2. Schön ist sie geworden. Das leergesichtig gibt sich, wenn sie Haare hat.

    Und dass sich nun alles zusammengefügt hat, ist doch toll. Manchmal muss man auch seine eigene Technik entwickeln. Ich komme mit so mancher beschriebener – auch wenns gut beschrieben ist – nicht klar. Und muss dass dann auf meine Fähigkeiten anpassen.

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  3. Oh was für ein schönes Püppchen da doch entsteht. Toll!
    Spannend auch, wie du nach einer „alten“ Anleitung arbeitest und welche Schwierigkeiten das so mit sich bringen kann. Tja, „Puppengeburten“ sind manchmal eben auch ähnlich schwierig wie echte sein können. 😉
    Freu mich schon darauf, deine Puppe weiter entstehen sehen zu dürfen.
    Herzlichst
    Nat

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  4. Ach wie süß. Im Endeffekt ist es dir aber wirklich doch sehr toll gelungen! Die Arme habe ich auch so dran genäht und die Füße wollte ich erst so gestalten und schreckte dann davon ab. Aber so gefallen sie mir eigentlich am besten. Sehr, sehr hübsch, dein kleines Püppchen.
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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    1. Dankeschön! Warum haben die Füße dich abgeschreckt? Wegen dieser Ecke darin beim Nähen? Ich war mir auch ein bisschen unsicher, welche der Nähte man zuerst schließt, und habe denn beschlossen, dass es keinen Untershcied machen sollte. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Meine sind aber auch wirklich nicht so hübsch geworden, da nehme ich beim nächsten Mal auf jeden Fall einen anderen Stich … die Naht ist so deutlich irgendwie. Und ein bisschen wellig, das ist schade.

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  5. Hat sich gelohnt die ganze Arbeit!! ist ein ganz niedliches Püppchen geworden. Natürlich ist alles noch ein bisschen leer und nackig 🙂 aber das wird schon. Lustig, ich habe auch noch diese alten Nähanleitungen von Sunnhild Reinckens ich habe sie sogar mal persönlich getroffen sie hatte einen kleinen Laden in Hannover: Die Puppenstube. Sie wird mittlerweile von einer Mitarbeiterin weiter geführt denn Frau Reinckens selber ist in Rente. Die Anleitungen sind wirklich etwas dürftig da gibt es modernere Möglichkeiten, auch im Netz.
    LG Imke

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    1. Ach tatsächlich? Ich habe gerade mal geschaut, den Laden gibt es noch!
      Das stimmt, als Anleitung ist ihr Buch ein bisschen dürftig, allerdings gehört das ja auch ein bisschen dazu zum Puppenmachen, oder? Vor allem, wenn es waldorfig werden soll 😉 Es soll ja etwas ganz Eigenes entstehen und ich kann mir vorstellen, dass Frau Reinckens auch nicht beabsichtigt hat, eine konkrete Anleitung zu geben – eher … wie soll ich sagen … Anschubser zum selbst machen? Ihr Buch finde ich auf jeden Fall trotzdem total gut und hilfreich. Nur halt für Leute wie mich, die es gerne so machen wollen, wie es (scheinbar) „richtig“ ist, ein bisschen schwierig 🙂 Aber hat ja funktioniert – und ich bin trotzdem auf andere Anleitungen neugierig geworden. Uaaah, ich glaube ich hab ein neues Hobby …!

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  6. Asiatische Essstäbchen – kommt mir bekannt vor! 😀 Und wie schön, dass die Puppe durch die Mithilfe von Papa und Oma irgendwie zum Gemeinschaftsprojekt wird. Mit unkonventiellem Arbeiten entstehen oft die erstaunlichsten Dinge und Deine Puppe kann sich auf jeden Fall sehen lassen!
    Liebe Grüße, Nina

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  7. Ich finde Dein bisheriges Ergebnis wirklich toll. Dein Kind wird sich freuen.
    Und mir gefällt das Püppchen auch „nackig“ schon sehr gut. Es hat schon ein bißchen Seele bekommen!

    Liebe Grüße
    mei

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