Sieben Wochen ohne – so war’s

Nun ist es schon eine Weile her, dass ich das Sieben-Wochen-ohne-Tierprodukte-Projekt hier angekündigt habe. Wie es aussieht, ist daraus auch ein drölfzig-Wochen-ohne-Blog-Projekt geworden … Aber das war gar nicht beabsichtigt.

Und wie war die vegane Zeit nun? Auch als Familie? Nun …irgendwie gar nicht so spektakulär. In den ersten Tagen mussten wir ein bisschen mehr planen, was es zu essen geben soll, damit wir nicht am Abend in der Küche stehen und gar nix da ist (was aber wohl eh nicht vorgekommen wäre …). Fürs Gefühl war es gut, einen Wochen-Essensplan zu haben, und ich glaube, für den Geldbeutel auch. Das, was wir gegessen haben, war aber dann tatsächlich nicht so anders als das, was wir sonst so aßen – außer, dass eben das Käse-Topping fehlte oder die Sahne durch Hafer-, Sojasahne oder Nussmuse ersetzt wurde. Ein paar neue Rezepte haben wir aber dennoch ausprobiert, einige haben wir mehrmals nachgekocht, andere nur das eine Mal. Ach, und Sushi habe ich das erste Mal gegessen (und gemacht)! An fischiges Sushi habe ich mich nie getraut, veganes finde ich aber ganz toll.

Der Mann tat sich etwas schwer mit der Ersatz-Milch im Kaffee (ohne will er nicht) und so hat er sich durchprobiert durch die verschiedenen Milchen und sich schließlich für Sojamilch entschieden. Auch jetzt, nach dem „Ende“ der Zeit, ist er dabei geblieben. Ich selbst trinke eh keinen Kaffee, Milch fehlte mir nicht. Das Kind liebt Hafermilch eh über alles, ich mag sie auch, und im Müsli schmeckt sie uns allen gut. Kuhmilch gibts bei uns also gar nicht mehr, wir brauchen sie nicht. Auf Eier verzichten wir bisher ebenso, sie fehlten uns noch nicht. Pfannkuchen gehen so, Kuchen machen wir eher selten (und wenn, funktioniert er auch super vegan, da gibts ja eine ganze Menge toller Rezepte). Was wir aber lieben, besonders ich, ist Rührtofu! Hmmmm, das ist echt eine Entdeckung gewesen für mich. Ich zelebriere nämlich sehr gerne meine Brotzeiten (ja, Brot ist irgendwie echt mein Lieblingsessen) und das fiel mir ganz ohne Käse schon etwas schwer an manchen Tagen. So aber habe ich häufig super leckere Dinkelbrötchen nach einem Rezept aus dem Backbuch vom Plötzblog gebacken, einen großartigen Haselnuss-schwarze-Olivenaufstrich nach dem Vegan-Guerilla-Blog gemixt und dazu Rührtofu nach dem Veganen Familienkochbuch. Meine Version habe ich hier geteilt.

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Also echt, das ist ein für mich SEHR befriedigendes Essen. Und Essen muss doch irgendwie befriedigend sein, oder? Nun, eigentlich hat sich hier wenig verändert nach Ablauf des Projekts, wie ich es mir auch gewünscht und vorgestellt habe. Eine Sache allerdings schaffe ich tatsächlich gerade nicht: Der komplette Verzicht auf Käse. Ich habe mir daher nun Regeln auferlegt. Käse kaufe ich nur über die Bio-Gemüsekiste, d. h. meist in demeter-Qualität, mindestens aber mit vernünftigem Bio-Standard. Nur mikrobielles Lab, kein tierisches. Und nur eine gewisse geringe Menge in der Woche – ich muss also gut haushalten. Ich glaube, so fahre ich ganz gut, wenn auch nicht vegan. Aber ich persönlich finde ja eh, bei allem eigentlich, die Menge machts, nicht der Dogmatismus. Generelle Wertschätzung der Natur, Ressourcen und ein möglichst nachhaltiges, bewusstes Leben in vielen Bereichen und so. Nicht nur in einem ganz kategorisch. Naja, dies ist ein weites Feld, würde Effi Briests Vater sagen (Hm. Würde er?) und sprengt an dieser Stelle den Rahmen.

Aber zum Schluss noch zwei Dinge. Das Kind: Nun, wir haben auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet, mehr noch als zuvor, und wir alle haben B12 supplementiert. Ich bin der Meinung, dass eine vegane Familienernährung, auch mit kleinen Kindern, wunderbar möglich ist.

Und zuletzt Honig: So ganz habe ich bis vor wenigen Tagen nicht verstanden, weshalb vegan Lebende auch auf Honig verzichten. Ich habe aber auch nicht viel darüber nachgedacht (das ist keine Entschuldigung, aber ich selbst mag ohnehin keinen Honig und mich wenig darum gekümmert). Vorgestern haben wir dann endlich mal die Doku „more than honey“ geguckt. Und puh! Jetzt weiß ich es. Und ich bin froh, dass wir meiner Mutter zu Weihnachten eine Bienenkiste schenkten.

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Sieben Wochen ohne …

Sieben Wochen ohne – von Aschermittwoch bis Ostern fasten. Nicht jedes Jahr denke ich daran, oft zu spät. Dann ärgere ich mich, denn eigentlich finde ich die Aktion bzw. den Brauch toll und sinnvoll.

Dieses Jahr ist etwas anders. In diesem Jahr denke ich schon lange über die Fastenzeit nach, bereite mich regelrecht vor. Im Kopf aber auch ganz praktisch in der Küche.

Zunehmend mache ich mir Gedanken über meine Ernährung. Fleischlos essen wir schon lange, der Mann schon immer und das Kind auch. Aus irgendeinem Grund habe ich einen Widerwillen, dem Kind tierische Produkte – Fleisch sowieso – anzubieten. Wenn es möchte, darf es, aber anbieten fällt mir schwer. Zumindest, so lange es gestillt wird (und da scheint ein Ende nicht absehbar, aber das ist ein anderes Thema) und daher gar keinen Nutzen aus „fremder“ Milch zieht. Für mich selbst und meine Familie ist es mir wichtig, möglichst unverarbeitete und unbearbeitete Lebensmittel ins Haus und auf den Tisch zu lassen. Dazu gehört auch, dass ich unser Brot selbst backe und dass wir so gut wie täglich frisch und möglichst aus einzelnen Zutaten kochen (d. h. nicht mit fertigen Produkten) – einige wenige Ausnahmen gibt es. Auch wo wir unsere Lebensmittel kaufen, ist uns wichtig.

Zurück zum Fasten: Ich mache mir zunehmend Gedanken über Milchprodukte und Eier. Eier sind mir immer schon ein bisschen suspekt und Milch in ihrer unverarbeiteten Form finde ich seltsam, seit ich stille. Aber: Käse! Ich liebe Käse. Käse ist eigentlich Bestandteil von fast jeder Mahlzeit bei uns. Ob auf Brot oder als Feta-Parmesan-Mozzarella-whatever zum (auf dem) warmen Essen. Käse kann ich auf allem essen. Und mache es auch. Auch Schokoladeneis im Winter, Erdbeereis im Sommer (ja, ein gänzlich unverarbeitetes, regionales und vor allem gesundes Nahrungsmittel, hust hust …) hat es irgendwie in den letzten Jahren auf unseren mindestens wöchentlichen Speiseplan geschafft, naja, ich könnte ewig weitermachen, Milchprodukte und Eier waren bisher Standardnahrungsmittel bei uns.

Aber in diesem Jahr, so habe ich mir vorgenommen, will ich fasten. Tierische Produkte. Ich bin gespannt, wie es für mich funktioniert, denn tatsächlich ist Käse für mich ein so großer Nahrungsbestandteil, dass ich mir völlig neue Wege suchen muss. Das wird spannend. Und wie es danach weitergeht, werden wir sehen. Ich freue mich auf all die neuen Dinge, die ich kennen lerne.

Heute habe ich noch die letzten tierischen Produkte aus dem Kühschrank verbacken in eine Kringel-Eigenkreation mit Quark. Hat geschmeckt. Hatte aber irgendwie einen Beigeschmack.

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Islandpulli

Ich habe ja so ein Ding mit dem Norden – unter anderem Skandinavistik studiert, eine Weile in Schweden gelebt und einiges kennen gelernt. Vieles dort oben finde ich toll, vor allem die vielerorts großartige Natur. Momentan fasziniert Island mich sehr und ich würde dort unheimlich gerne einmal reisen, vielleicht sogar für eine Weile leben, um es richtig kennen zu lernen. Wir reden auch oft darüber, schmieden Pläne … Aber immer wenn es konkreter wird, bekomme ich riesiges Muffensausen.

Nun habe ich erst mal einen Pulli gestrickt mit der tollen Islandwolle. Es gibt sie in verschiedenen Stärken – ich habe hier eine dicke verwendet, die Álafosslopi. Bestellt habe ich hier.

Ein Weihnachtsgeschenk für den Mann:

Ein bisschen aufregend fand ich die Technik, einfach in den Pullover hineinzuschneiden, um diesen Schlitz-Knopf-Kragen zu machen. Tatsächlich, einfach reinschneiden (gut, vorher wurde rechts und links einer immer linken Masche mit der Nähmaschine abgenäht, sozusagen ein Weg geebnet für den Schnitt –  aber trotzdem. In Gestricktes reinschneiden? Himmel – das war schweißtreibend aufregend.) Sicherheitshalber habe ich an die 5x drübergenäht … Es ist aber alles gut gegangen und hat wunderbar funktioniert!

 

Die Wolle selbst ist recht rau und nicht gerade kuschelig, aber ich mag sie sehr gerne und habe schon einiges daraus gestrickt. Es ist ja ein Obendrüber-Kleidungsstück, richtig robust und schön warm. Ein großartiger Pullover für kalte, halbwegs trockene Wintertage.

 

Ein neues Jahr

Darf man noch ein frohes, gutes, wunderbares neues Jahr wünschen, wenn es schon so weit fortgeschritten ist? Ich mache es einfach. Für mich hat das neue Jahr arbeitsam angefangen, ich sitze gerade an mehreren Aufträgen und komme kaum zu Freizeitdingen. Darum ist es hier auch so still, eigentlich hatte ich viele Pläne, viele Dinge, über die ich schreiben wollte. War bisher der Mittagsschlaf des Kindes „meine“ Zeit, ist er nun der Startschuss zum Fleißigsein. Ich bin trotzdem froh, dass ich die Möglichkeit von zu Hause aus und selbstgeplant arbeiten zu können habe, aber ich vermisse auch meine freie Zeit aus dem letzten Jahr. Für ein paar schöne Stunden war dennoch Zeit, z. B. am letzten Wochenende.

Wir hatten so schönes Wetter. Sonne und sogar kleine Schneereste, die alles sehr hübsch haben aussehen lassen. Schnee gibt es hier nicht allzu oft, darum sind wir natürlich sofort rausgerannt und haben den Vormittag draußen verbracht, bevor am Nachmittag der ganze (sehr wenige) Schnee wieder fort war.

 

Ob wir in diesem Winter wohl noch einmal richtig Schnee bekommen?

 

Familienbett

Dieser Tage gibt es auf dem Blog Geborgen Wachsen Familienbetten zu sehen.Wir haben zwar kein selbstgebautes Superbett, aber wi Frau Mierau sagte: „Familienbetten sind gar nicht so selten, und es gibt viele Wege, um als Familie gemeinsam gut Schlaf zu finden.“ Heute zeige ich euch also unseres. Es besteht aus einem 1,80-Bett und einem Anstellbett.

Seit dem Tag der Geburt unseres Sohnes schlafen wir in einem Bett. Zwar hatten wir immer schon ein Beistellbett – anfangs ein kleines, inzwischen ein größeres – doch eigentlich ist es eher ein Dekoding. Obwohl … hier und da schleicht sich mal ein Bein rein oder ein Arm. Aber die Male, die unser Junge wirklich IM kleinen Bett schlief, kann ich an einer Hand abzählen. Wenn überhaupt.

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Ich wäre tatsächlich am Tag der Geburt, als wir nach Hause kamen, nicht im Traum darauf gekommen, unseren Jungen in ein eigenes Bett zu legen, entfernt von uns. Es fühlte sich für uns von Anfang an richtig an, ihn nah bei uns zu wissen.

Wie lange wir das noch machen werden? Keine Ahnung. Im Moment ist es für uns alle drei gut so, wie es ist. Es fühlt sich natürlich an und natürlich richtig. Für uns. Und wir wissen, dass er alleine nicht besser schläft als in unserem nächsten Nahbereich (er ist allgemein ein eher schlechter Schläfer, aber einige Zeichen stehen hier derzeit auf Besserung, yay!).

Ich finds klasse zu sehen, wie andere Familien gemeinsam schlafen – im „echten“ Leben da draußen reißt man ja nicht als erstes die Schlafzimmertür in anderen Wohnungen auf. Danke für diese Aktion!

PuppenMITmacherei 2015 – Das sechste Treffen

Hui, Finale!

Die Puppe Kalle wohnt nun schon eine ganze Weile bei uns. Seit August, seit dem ersten Geburtstag des Kindes. Leider habe ich keine Fotos für euch vom Geburtstag selbst – die Fotos sind tatsächlich alle so doof geworden (wir sind ganz traurig), dass ich kein Gutes finden kann. Aber ich erzähle euch, wie es war: In unserem Sommerurlaub mit dem roten Bulli in Frankreich haben wir um den Geburtstag des Jungen herum meine Eltern und die Familie meiner Schwester getroffen. Wir waren also ein Haufen Leute und haben einige schöne Tage zusammen verlebt, und als krönenden Abschluss des gemeinsamen Urlaubsteils zusammen Geburtstag gefeiert. Wie es sich für einen Sommerurlaub gehört, war es schön sonnig  leider richtig regnerisch an dem Tag. Wir haben kurzerhand eine Plane aufgespannt, sodass wir alle – eng zusammengerückt – im Trockenen vor dem Bulli frühstücken konnten. Gemütlich! Schließlich haben wir unserem Jungen die Blechbox überreicht, die er schon den ganzen Urlaub so spannend fand (meine mobile Puppenwerkstatt). Nun wartete dort Puppe Kalle… Als unser Junge die Puppe sah, strahlte er sehr, hob sie in die Arme, schaute einmal fragend zu uns, kniff dann der Puppe in den Kopf – und pfefferte sie auf den Boden. Nun, viel hat sich seither nicht verändert, aber mit so einer Reaktion habe ich gerechnet. Unser Junge hat zu diesem Zeitpunkt kaum Interesse an Puppen oder Stofftieren gezeigt, so dass es keine Überraschung war (ich versuche schon lange, den Hasen Manni in das Zubettgehritual einzuführen … bisher eher erfolglos). Dennoch sitzt die Puppe hier bei uns präsent auf dem Regal des Jungen, und ab und an nimmt er sie sich doch kurz, wie hier:

Vielleicht kommt es mit der Zeit, er ist ja noch so klein, vielleicht aber auch nicht, und das ist auch in Ordnung. Dann wird Kalle weiterhin auf dem Regal sitzen und unserem Jungen zuschauen, wie er mit den diversen Holztieren spielt und muht und wiehert.

Hach, auch wenn Kalle (noch) hauptsächlich herumsitzt – es hat mir einen riesigen Spaß gemacht! Mit der Erfahrung von einigen Puppen mehr würde ich zwar heute einiges anders an Kalle machen (z. B. die Haare und Augen …), aber ich mag ihn dennoch sehr. So eine erste Puppe … ich verknüpfe viele Erinnerungen mit der Entstehungsgeschichte.

Danke an Naturmama Caro und Maria von Mariengold. Es war klasse!

Etwas Neues

Eigentlich habe ich schon lange Lust, zu spinnen (jaaa … ich meine das andere Spinnen). Gerne würde ich es direkt an einem Spinnrad ausprobieren, aber leider sind Spinnräder wahnsinnig teuer und ich kenne keine, die ein funktionierendes Spinnrad besitzt.
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Als ich ein bisschen rumgeguckt habe in den Weiten des Internets, bin ich über Handspindeln gestolpert – ich wusste gar nicht, dass man auch ohne Spinnrad spinnen kann. Genaugenommen weiß ich aber eh noch nicht viel über das Spinnen.

Kurzerhand habe ich mir also eine solche (durchaus erschwingliche) Handspindel gekauft, dazu kleine Mengen ganz wunderbar feine, weiche Wolle.
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Ein bisschen Austral, ein bisschen Polarfuchs und ein bisschen Neuseelandschaf im Band.

Dann habe ich youtube bemüht und einfach losgelegt – und seht mal, was daraus geworden ist:
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Und von ein bisschen näher:
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Es ist nicht sehr gleichmäßig (und auch nicht besonders gleichmäßig aufgewickelt …), aber ich bin doch zufrieden – für einen ersten Versuch doch ganz ordentlich, oder?

Ein bisschen spinne ich nun noch weiter, dann geht’s ans Zwirnen … Ich werde berichten!